Blaubart

Blaubart lebt in einem Schloss, er ist einsam, er tötet seine Frauen und versteckt ihre Leichen in einer Kammer seines Schlosses. Diese Kammer dürfen die Frauen nicht betreten und tun es doch, so stirbt eine nach der anderen. Blaubart oder auch „Fitchers Vogel“ der Gebrüder Grimm sind Märchen, die über die Beziehung zwischen Mann und Frau erzählen, über die Faszination für das Geheime und Verbotene, auch die Nähe von Eros, Macht und Tod. In einem gemeinsamen Prozess des Assoziierens beschäftigen sich der Autor Akin E. Şipal und die Regisseurin Simina German zusammen mit den Schauspielerinnen Amanda da Glória, Lisa Balzer, Pia Wagner und dem Musiker Yotam Schlezinger mit diesem „Blaubart“-Mythos.

Allerdings geht es nicht um eine Dramatisierung der Märchen, sondern um eine physisch-experimentelle und collagenhafte Annäherung an deren Motive: Was lösen die sinnlich-brutalen Bilder dieses Märchens in uns aus? Welche Faszination haben sie für uns bis heute?

Gefördert durch: Das Kulturbüro der Stadt Essen und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen
Koproduktion: Maschinenhaus Essen

Simina German
Simina German, geboren in Cluj/Rumänien, studierte zunächst Philosophie und Kunstgeschichte in Heidelberg und machte dann ihren Master in Kunstgeschichte an der Sorbonne in Paris, wo sie parallel dazu auch Schauspiel studierte. 2009-2013 studierte sie Regie/Schauspiel an der Folkwang Universität der Künste in Essen und wird 2012 mit dem DAAD-Preis ausgezeichnet. Sie beendet das Studium mit ihrer Diplominszenierung „Phädras Liebe“ von Sarah Kane (eingeladen zum Körber Studio Junge Regie 2013, Eröffnung des ITs Festivals Amsterdam 2013). Im Rahmen ihres Studiums inszenierte sie unter anderem Stücke von Harold Pinter, Roland Schimmelpfennig und Michael Frayn und entwickelte auch freiere, interdisziplinäre Projekte mit Studenten unterschiedlicher Abteilungen. Im Januar 2014 hatte ihre Produktion „Malaga“ im Theater der Keller in Köln Premiere.

Akin E. Şipal
Akın E. Şipal, 1991 in Essen geboren, studiert Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg mit den Schwerpunkten Regie und Drehbuch. 2012 erhält er für sein Stück „Vor Wien“ den 1. Preis beim Literaturwettbewerb In Zukunft des Landes NRW am Westfälischen Landestheater. Sein Dokumentarfilm „Deprem meprem“ wird 2013 bei der Dokfilmwoche in Hamburg uraufgeführt und ist in der Ausstellung „Auflauf der Fassaden“ in der Bundeskunsthalle in Bonn Teil einer Videoinstallation. 2012  wird er als Autor in den Suhrkamp Theaterverlag aufgenommen. Sein Stück „Santa Monica“, für das er 2013 den Förderpreis für Literatur der Kulturbehörde Hamburg erhalten hat, wird 2015 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt.

 

Bildnachweis: Simina German