Er war zugleich Außenseiter, Kind seiner Zeit und Sohn eines berühmten Künstlers. Er tauchte tief ein in das Leben der Bohème der wilden 20er Jahre, aus dem ihn der aufsteigene Nationalsozialismus moralisch herausriss, er ging ins Exil und trat schließlich sogar in die US-amerikanische Armee ein. Die wichtigsten Phasen seines Lebens schildert Klaus Mann in seiner Autobiographie ‚Der Wendepunkt‘. Ein Lebensbericht, der, zunächst auf englisch verfasst, unter dem Titel ‚The Turning Point: Thirty-Five-Years in this Century‘ 1942 in den USA erschien. Erst posthum erschien 1952 die deutsche, stark erweiterte Ausgabe.
DER WENDEPUNKT bringt diesen zentralen Text des deutschen kulturellen und geistigen Lebens der 20er bis 40er Jahre zum ersten Mal auf die Bühne. In seinem hochkonzentrierten Solo spielt, tänzelt, erzählt Sven Gey Klaus Manns Leben und geht der Kernfrage von Manns Werk auf den rund: Wie konnte es zum Dritten Reich kommen, während die ganze demokratische Welt zuschaut? Heute, wo sich dieser gespenstische Vorgang in vielen Teilen der Wellt unter neuen Vorzeichen zu wiederholen scheint, sind die Fragen, die dieser Abend aufwirft, aktueller und prekärer denn je.
»Wir weigerten uns noch immer zuzugeben, dass irgendeine politische Partei, eine Bande von Abenteurern und Fanatikern, die sich prahlerisch ‚Nationalsozialisten‘ bezeichneten, dazu imstande sein sollten, den gesamten Bestand abendländischer Werte und Traditionen in Frage zu stellen. In unserer Bedrängnis und Ungewissheit durchsuchten wir die Geschichte nach Analogien, mit deren Hilfe die eigene Situation sich leichter verstehen und ertragen ließ.«
— Klaus Mann, ‚Der Wendepunkt‘
DO 26. Februar 2026 / 19 Uhr
Schulvorstellung (ab Klassenstufe 10)
FR 27. Februar 2026 / 10:00 Uhr — ausverkauftMit Sven Gey und Moritz Götzen (Kontrabass)
Regie: Maria Trautmann
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Dauer: ca. 70 Minuten
Bildnachweis: André Symann